
Schöcklblick Alpakas
Barbara und Bernhard Windisch
Ursprünglich komme ich (Barbara) aus der Pferdelandwirtschaft meiner Eltern in Weiz bzw. Kumberg. Nach meiner schulischen Grundausbildung war ich im Sporthandel als Einzelhandelskauffrau tätig.
Die Liebe zu Bernhard Windisch führte mich schließlich nach Kainbach bei Graz, wo der stillgelegte Betrieb seiner Großeltern geradezu auf mich gewartet hat. Da Bernhard jedoch keine enge Bindung zu Pferden hatte, mussten wir uns nach Alternativen umsehen, um den Hof wieder zu beleben.
Während eines Südamerika-Urlaubs im Jahr 2012 begegneten wir zum ersten Mal Alpakas – es war für uns beide Liebe auf den ersten Blick. Von diesem Moment an wussten wir, dass wir den Hof mit Alpakas füllen und gestalten wollten. 2013 war es dann so weit: Die ersten drei trächtigen Stuten zogen bei uns ein.
Um eine fundierte landwirtschaftliche Fachausbildung zu erhalten, entschloss ich mich, den Facharbeiterkurs in Kirchberg am Walde zu absolvieren. Heute darf ich mich voller Stolz als waschechte Alpakabäuerin bezeichnen.
Bernhard ist gelernter Tischler und arbeitet in der Familienwerkstatt, die sich auf Möbel- und Bautischlerarbeiten spezialisiert hat. In der Landwirtschaft ist er mir eine riesige Stütze – besonders in der Heusaison und bei allem, was mit Nagel und Hammer zu tun hat. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an ihn!
Ebenso gilt unser Dank unseren Familienmitgliedern und Freunden – ohne euch wären wir heute nicht da, wo wir sind.
Unsere Hofgeschichte
Ernestine und Anton Sauseng bewirtschafteten den Hof bis 2003 als bunt gemischte Nutztierlandwirtschaft. Schweine, Hühner, Pferde, Hasen und Kühe gehörten dazu, und die Milch wurde an eine Molkerei geliefert.
Ackerland sowie Grünflächen wurden stets sorgfältig gehegt und gepflegt – denn alles musste sich hart erarbeitet werden. Durch die große körperliche Belastung in den 1970er-Jahren litt jedoch die Gesundheit, und so musste der Betrieb 2003 leider stillgelegt bzw. verpachtet werden.
Ende 2009 zog ich zu Bernhard und nervte ihn immer wieder, dass wir die Landwirtschaft wieder gemeinsam beleben sollten. 2010 bauten wir das Wohnhaus seiner Eltern um, 2011 heirateten wir im engsten Familienkreis im Ausland.
2012 wollten wir die Landwirtschaft endlich wieder mit Tieren erfüllen. Mein erster Gedanke waren natürlich Pferde – doch Bernhard war davon nicht begeistert. Also machten wir uns auf die Suche nach „passenden“ Tieren für uns.
Meine Grundvoraussetzungen waren klar: Freude an den Tieren und keines sollte jemals geschlachtet werden. Da blieb die Auswahl recht klein. Eine Zeit lang dachten wir über Esel nach, doch wir und auch unsere Nachbarn waren nicht überzeugt – vor allem wegen der Lautstärke.
Ende 2012 gaben wir fast schon auf. Die viele Arbeit, die uns erwartete, und keine gemeinsame Entscheidung für die „richtige“ Tierart führten dazu, dass wir eine Auszeit nahmen – eine Reise nach Südamerika: Brasilien, Argentinien, Chile, Bolivien und schließlich Peru.
Und dort, in Peru, geschah das einschneidende Erlebnis: Unser erster Kontakt mit Alpakas. Meine ersten Worte werde ich nie vergessen: „Ohhh Schatz, schau – da sind Baby-Lamas!“ Völlig fasziniert von diesen liebevollen, wolligen Tieren mit den großen Augen begannen wir, uns über sie zu informieren. Und ja – es war Liebe auf den ersten Blick. Am liebsten hätten wir gleich ein paar Tiere mit ins Flugzeug genommen. Doch uns war klar: Erst mussten wir den Hof so herrichten, dass die Tiere artgerecht leben konnten.
Im Dezember 2012 fiel die Entscheidung: Alpakas!
Unsere Nachbarn kannten diese Tierart zwar kaum, waren aber einverstanden – schließlich sollte es nur drei Tiere sein.
Anfang 2013 krempelten wir die Ärmel hoch. Da der Hof in den letzten Jahren kaum bewirtschaftet worden war, gab es viel zu tun: Wir renovierten die alten Stallungen, machten die Grünflächen wieder nutzbar und packten wochenlang kräftig an. Es war harte Arbeit, aber mit dem Gedanken an unsere eigenen Alpakas im Herzen ging es uns viel leichter von der Hand.
Da wir beide sehr zielstrebig waren und wussten, dass die Sanierung noch lange dauern würde, hatte Bernhard eine Idee: Wir stellten einen einfachen Holzunterstand auf – und die Alpakas konnten sofort bei uns „einziehen“. Gesagt, getan.
Im Juni 2013, nach einem Grundlagenseminar, zogen unsere ersten drei Alpakas – Bella, Melanie und First Lady – in den einfachen, aber sehr schönen Holzunterstand ein. Die Tiere kauften wir in der Obersteiermark, da wir bewusst einen Zuchtbetrieb aus der Nähe unterstützen wollten. Noch heute bin ich meinem Mann unendlich dankbar, dass dieses Projekt in einer unglaublichen Geschwindigkeit Realität geworden ist!
Ende 2013 waren wir bereits „infiziert“ – wir wollten mehr Alpakas.
2014 kam dann unser erstes Baby-Alpaka von Bella zur Welt: Jerome. Er stellte unser Leben völlig auf den Kopf. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war uns klar: Wir wollen züchten.
Wir kauften weitere trächtige Stuten und durften uns über die ersten Nachzuchten freuen. Ende 2014 bestand unsere kleine Herde bereits aus zwölf Alpakas.
2015 schließlich war das Jahr, das die Zukunft unseres Alpakahofs entscheidend veränderte:
Der Bau unseres eigenen Alpakahofladens begann.
Da der Spagat zwischen meinem Beruf im Sporthandel und unseren Alpakas schon fast unmöglich war, sagte mein Mann Bernhard eines Tages zu mir:
„Babsi, es ist an der Zeit – mach dich selbständig!“
Wir dachten lange darüber nach. Denn eine Selbständigkeit bringt nicht nur Vorteile mit sich, sondern auch viele Herausforderungen – vor allem in der Landwirtschaft. Doch die Liebe zur Landwirtschaft und unsere Leidenschaft für die Alpakas überwogen. So entschied ich mich, selbständig zu werden. Eine Entscheidung, die zu den besten und wichtigsten meines Lebens zählt – und die ich bis heute keine Sekunde bereue.
Zwischendurch sanierten wir das alte Stallgebäude. Die Alpakas zogen in den neu umfunktionierten Offenstall ein. Ich werde nie vergessen, wie begeistert die Großeltern waren, dass in „ihrem“ Stall wieder Tiere leben. Solche Momente lassen jede harte Arbeit und jeden Tropfen Schweiß vergessen.
2016 gab es für mich kein Halten mehr: Wie ein Wirbelwind besuchte ich alle Märkte in der Umgebung, um Werbung für unseren Hof und unsere Tiere zu machen. Gleichzeitig bauten wir den Betrieb weiter aus und vergrößerten die Herde auf 25 Alpakas. Meine Zuchtausbildung konnte ich erfolgreich nach drei Wochen abschließen.
2017 züchtete ich erfolgreich weiter – und die Herde wuchs rasant auf 42 Tiere.
2018 wurden die Stallungen allmählich zu eng. Da uns tiergerechte Haltung besonders am Herzen liegt, setzten wir den Startschuss für den Stallbau 2.0.
Neuer Stall, genug Platz für unsere Alpakas, Heulagerung mit Heutrocknungsanlage und Gerätelagerung.
Unser ganzer Stolz! Der Stall wurde Ende 2018 fertig gestellt.
2019
Wir bewirtschafteten den Hof bereits mit rund 100 Alpakas und einigen Lamas. In dieser Saison erlebten wir einen regelrechten Baby-Alpaka-Boom: 25 Fohlen (Crias) erblickten auf unserem Hof das Licht der Welt.
Um unseren Tieren eine sensationelle Heuqualität garantieren zu können, schafften wir eine moderne Heutrocknungsanlage an. Seitdem sind wir – und vor allem die Tiere – von der Qualität des Heus restlos begeistert.
Auch auf diversen Alpaka-Shows waren wir 2019 sehr erfolgreich vertreten.
2020
Unser Tierbestand wuchs weiter: Mittlerweile leben 120 Tiere auf unserem Hof. Im Februar und Anfang März nahmen wir noch erfolgreich an zwei internationalen Shows teil – dann kam leider Corona.
Doch da wir keine „Kinder der Traurigkeit“ sind, nutzten wir die Zeit intensiv: Wir trainierten unsere Tiere mit viel Geduld und Liebe und entwickelten neue Ideen.
Ein besonderes Highlight: Gemeinsam mit Mensch-Tier-Wir erarbeiteten wir ein Konzert für unsere Herde, das speziell auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt war und jedes Alpaka individuell in den Alltag der Neuweltkameliden integrierte.
In dieser Zeit wurden auch viele großartige Ideen für Kurse und Veranstaltungen geboren (mehr Infos unter Veranstaltungen).
Barbara erlernte außerdem das professionelle Scheren von Alpakas und Lamas. Seither hat sie bereits mehrere Hundert Tiere mit viel Ruhe, Geduld und dennoch zügig und fachgerecht geschoren.
2021
Anfang des Jahres war es am Hof wieder still – keine Besucher weit und breit. Doch wir ließen den Kopf nicht hängen und nutzten die Zeit sinnvoll für Tiertraining, Mitarbeiterschulung und Produktschulungen. Es ist uns sehr wichtig, dass unser Team über alles bestens Bescheid weiß. Mit viel Mut und Ehrgeiz überstanden wir die harte Lockdown-Phase – und konnten dabei sogar alle Mitarbeiter weiter beschäftigen.
Im Frühling ging es endlich wieder los: Endlich durften Besucher unsere Tiere wieder kennenlernen und an Wanderungen teilnehmen. Wir blickten positiv ins Jahr 2021 und voller Hoffnung in Richtung 2022.
Barbara tourte in dieser Zeit durch ganz Österreich, um Alpakas und Lamas zu scheren. Die Arbeit bereitete ihr große Freude, doch die körperliche Belastung war nicht zu unterschätzen – der Rücken war „not amused“. Deshalb nahm sie sich vor, künftig weniger Aufträge anzunehmen, um weiterhin mit voller Konzentration eine fachgerechte und entspannte Schur garantieren zu können.
Während Barbara unterwegs war, musste eine verlässliche Vertretung am Hof gefunden werden. Bernhard war mit der Familientischlerei bereits stark eingespannt – so übernahm Sonne die Verantwortung und führte sowohl das Team als auch die Alpakas großartig. Barbara war so begeistert, dass Sonne seither fix ihre Vertretung ist.
Barbara und Bernhard Windisch
Frauensäulenweg 2
8010 Kainbach bei Graz
Telefon
+43 664 / 50 91 741
Newsletter
https://newsletter.schoecklblick-alpakas.at/
info@schoecklblick-alpakas.at
Öffnungszeiten für den Hofladen
Von Oktober bis März
Freitag von 15 bis 18 Uhr
Samstag von 10 bis 16 Uhr
Adventsonntage: 10.00-16.00 Uhr
SONDERÖFFNUNGSZEITEN:
23.DEZEMBER: 10.00-11.00 Uhr & 16.00-18.00 Uhr
24.DEZEMBER: 10-12 Uhr
Von April bis September
Nur nach tel. Vereinbarung
Wanderungen 7 Tage nach Vereinbarung.
Wir bitten um Reservierung.